Bekannte Pfade verlassen mit dem Associate Alternative Track

Mit dem Associate Alternative Track bietet Baker McKenzie ein flexibles Karrieremodell, das spannende Mandatsarbeit bei geringeren Stundenanforderungen und weniger Business Development Aktivitäten vereint. Die beiden Associates Laura Bortels und Philipp Thimm sind auf dem Alternative Track und berichten über ihre persönlichen Erfahrungen auf diesem Karrierepfad.

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Möglichkeiten schaffen und Grenzen aufheben

Von Laura Bortels

Schon als ich 2018 meinen Arbeitsvertrag bei Baker McKenzie unterschrieben habe, hatte man dort erkannt, dass das Angebot flexibler Karrieremodelle zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Arbeitgeber, die den Weg in eine moderne und gleichberechtigte Arbeitswelt mitgestalten, blicken inzwischen auf eine jahrelange Erfahrung in diesem Bereich zurück. Viele individuelle Karrieremodelle wurden in den letzten Jahren entwickelt – ich lebe eines dieser Modelle.

Die Internationalität der Kanzlei – gepaart mit der spannenden standort- und praxisgruppenübergreifenden Arbeit – ist für mich nach wie vor reizvoll. Als ich vor drei Jahren in der Praxisgruppe Public Law begann, kannte ich das Arbeitsumfeld einer internationalen Großkanzlei bereits gut. Neu war für mich jedoch die Aufgabe, als berufstätige Mutter auch die Verantwortung für meine Tochter zu tragen.

Vereinbarkeit von Beruflichem und Privatem bedeutet für mich immer wieder, vor die Herausforderung gestellt zu sein, dass mich beide Bereiche gleichzeitig außerordentlich beanspruchen. Das gilt auch mit Blick auf die Pandemie, die in diesen beiden Lebensbereichen Vieles grundlegend verändert hat. Immer wieder gilt es, verschiedene Interessen abzuwägen, zu priorisieren und dann oft auch spontan reagieren zu können. Das Maß an Flexibilität, das der Associate Alternative Track mir bietet, ermöglicht es mir tatsächlich, eine ausgewogene und echte Vereinbarkeit dieser beiden Lebensbereiche herzustellen.

Dieser Karrierepfad basiert auf einem Konzept, das neben dem Beruflichen liegende Interessen und Verpflichtungen miteinbezieht. So sind beispielsweise die Anforderungen daran, eigenes Geschäft zu generieren, sprich Business Development zu betreiben, nicht so hoch wie auf dem Partner Track. Die Zeit, die dadurch frei wird, kann man dann beispielsweise in Mandatsarbeit oder Fortbildung investieren. Auch auf dem Alternative Track kann wiederum der Beschäftigungsumfang in Absprache mit der verantwortlichen Partnerin oder dem verantwortlichen Partner flexibel gewählt und angepasst werden. Teilzeitmodelle sind hier ebenfalls möglich. Entscheidend ist für mich nach wie vor, dass der Track bei der Übernahme von Mandatsverantwortung und in der täglichen Zusammenarbeit nicht ausschlaggebend ist – vielmehr sind alle Kolleginnen und Kollegen gleichberechtigt eingebunden. Perspektivisch bietet der Alternative Track auch die Möglichkeit, in eine Counsel Position hineinzuwachsen oder auf den Partner Track zu wechseln – je nachdem, in welcher Lebensphase man sich befindet oder welche Präferenzen man zu dem jeweiligen Zeitpunkt hat. Das geschieht immer in enger Absprache und Abstimmung mit der zuständigen Partnerin bzw. dem zuständigen Partner und ermöglicht eine gute Lösung für alle Beteiligten. Auf diese Weise werden Möglichkeiten geschaffen und Grenzen aufgehoben.

In den letzten Jahren hatte ich immer wieder die Gelegenheit, mich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen, die sich auch für den Alternative Track entschieden haben. Die Gründe, warum sie diesen Track gewählt haben, sind sehr verschieden und ebenso verschieden sehen die Modelle aus.

Bei der Entwicklung des eigenen Karrieremodells ist es wichtig, neben persönlichen Bedürfnissen und Ansprüchen immer auch das konkrete Rechtsgebiet und Mandantenprofil im Blick zu haben. In einigen Praxisgruppen sind regelmäßig sehr kurzfristige Abstimmungen und Rückmeldungen erforderlich. Der damit einhergehenden Herausforderung sollte man sich zumindest bewusst sein, sich davon aber keinesfalls abschrecken lassen. Wenn man die eigene berufliche Zukunft gestalten möchte, muss man sich darüber im Klaren sein, wo persönliche Grenzen der Vereinbarkeit von beruflichen und neben dem Beruflichen liegenden Verpflichtungen und Interessen liegen. Diese Abwägung gestaltet sich für jeden und eventuell auch in jedem Lebensabschnitt unterschiedlich. Genau das berücksichtigt der Alternative Track und macht dieses Karrieremodell zu einem wertvollen Ansatz in der modernen und bewusst gestalteten Arbeitswelt.


Unsere Autorin

Laura Bortels ist Associate der Praxisgruppe Public Law bei Baker McKenzie in Berlin. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt liegt auf nationalen und internationalen Infrastrukturprojekten und allen Aspekten des Baurechts. Sie berät Mandanten im Vertragsrecht und vertritt Unternehmen und die öffentliche Hand bei der außergerichtlichen Streitbeilegung und in streitigen Verfahren.

Eine echte Alternative zum Partner Track

Von Philipp Thimm

Der Associate Alternative Track ermöglicht (Voll- und Wirtschafts-) Juristen, Steuer-beratern und Ökonomen, das Arbeitsumfeld einer international tätigen Großkanzlei mit den individuellen Lebenswirklichkeiten zu vereinen.

Was bedeutet das genau? Als ich vor zwei Jahren als Wirtschaftsjurist in die Welt der Großkanzlei eingestiegen bin, hatte ich bereits mehrere Jahre in zwei sehr unterschiedlichen Berufsfeldern abseits der Juristik gearbeitet. Dementsprechend „spät“ fiel mein Entschluss, nochmals in diese doch eigene Welt einzutauchen. Hier bewies sich für mich bereits der erste Vorteil eines alternativen Karrieremodells. Das ,übliche' Modell verläuft in der Regel nämlich wie folgt: Erste Berührungspunkte bereits in Praktika oder Referendariat, wissenschaftliche Mitarbeit eventuell während einer Promotion, Auslandsstation und Einstieg nach dem Zweiten Staatsexamen. Das alternative Karrieremodell hingegen hat mir den Einstieg auch ohne diese lange Anlaufphase noch ermöglicht.

Dass sich auch große Wirtschaftskanzleien mittlerweile nicht mehr nur auf Volljuristen konzentrieren, ist eine Entwicklung, die in den letzten Jahren immer mehr Fahrt aufgenommen hat. So gesehen ist auch der Associate Alternative Track in unserer Kanzlei inzwischen kein Alleinstellungsmerkmal mehr, wenngleich unsere Sozietät eine der ersten im Kanzleimarkt war, die sehr früh ein solches Modell aus der Taufe gehoben hatte. Bei meinen ersten Kontakten und Gesprächen imponierte mir, wie offen die Kanzlei auch gegenüber sehr untypischen Wegen vor Eintritt in die Kanzleiwelt ist. Natürlich fordert diese Offenheit auch immer beiderseits den Mut dazu, mit einer gefassten Entscheidung (Einstellung) scheitern zu können. Dennoch ist sie aus meiner Sicht heute zwingende Voraussetzung für Großkanzleien, um sich den schnell wandelnden Ansprüchen nachkommender Generationen von juristisch Tätigen anzupassen.

Die Vorteile des Alternative Track liegen damit zum Beispiel für Wirtschaftsjuristen bereits in der Möglichkeit, überhaupt in das Arbeitsumfeld einer Großkanzlei vorzustoßen. An dieser Stelle geht die Reise dann allerdings erst richtig los: In meiner Praxisgruppe Banking und Finance fällt die nicht vorhandene Anwaltszulassung im täglichen Geschäft praktisch nicht auf. Das internationale Transaktionsgeschäft – mit seinen ganz eigenen Reizen – stellt dann aber auch gleich eine der größten Herausforderungen des Associate Alternative Track verglichen mit dem klassischen Arbeitsverständnis einer Großkanzlei dar: Wie lässt sich der hohe Anspruch von Mandanten über Zeitzonen hinweg mit einer neuen „alternativen“ Arbeitsauffassung vereinen? Wie kann zugleich den z.B. auch finanziellen Unterschieden auf formaler Ebene entsprochen werden?

Eine Antwort kann hier sicher nicht nur von Seiten der Kanzleien erwartet werden. Vielmehr ist es gerade auch Aufgabe der jeweiligen Kollegin oder des Kollegen auf diesem Track, an der Gestaltung dieser, zum klassischen Partner Track alternativen Arbeitswirklichkeiten mitzuwirken. Dass hier immer wieder Abstimmungen nötig sind, ist dabei kein Zeichen der Schwäche eines Alternative Track. Vielmehr drückt sich in der Möglichkeit, Anpassungen an der Abstimmung zwischen Beruf und Privatleben vornehmen zu können, die eigentliche Innovation des Associate Alternative Track aus.

Für wen ist der Alternative Track also die richtige Entscheidung? Im Prinzip für jeden. Wenn man diese Alternative nicht als „kleine Version“ einer üblichen Kanzleikarriere versteht, sondern eben als Möglichkeit, bei gleichem Qualitätsbewusstsein und Arbeitsethos aber eben ohne die Bedingungslosigkeit eines Partnertracks die Herausforderungen einer international tätigen Kanzlei anzunehmen, kann sich daraus eine für beide Seiten gewinnbringende echte Alternative entwickeln.





Unser Autor

Philipp Thimm ist Associate der Praxisgruppe Banking & Finance bei Baker McKenzie in Frankfurt am Main. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit allgemeinen Unternehmensfinanzierungen, Akquisitions- und Exportfinanzierungen sowie syndizierten Krediten.

Dieser Beitrag ist erschienen im Newsletter 'Karriere-Jura', für dessen Bezug Sie sich auf dieser Seite eintragen  können.

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