Weihnachtsgedanken

Jahreswechsel im Rechtsmarkt

„Jeder hat soviel Recht, wie er Macht hat.“ (Spinoza)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Geschäftspartner, Kolleginnen und Kollegen,

Juristen und Mandanten sind Suchende: Sie suchen nach Möglichkeiten, sich, ihre Kenntnisse und ihre beruflichen Erfahrungen für das Wohl der Wirtschaft und den Fortschritt der Gesellschaft einzubringen.

Dies ist etwas sehr Wertvolles in einer Welt, von der man manchmal glauben könnte, sie sei nur noch dem Egoismus verfallen.

  • Wir leiden immer noch unter den Folgen einer Wirtschaftskrise, die durch die hemmungslose Gier von wenigen verursacht wurde, die wie die Zauberlehrlinge Werte ohne reale Wertschöpfung generieren wollten und die massive Einbrüche in späteren Krisenzeiten wie Pandemie, Lockdown und Weltwirtschaftskrise mit verursacht hat

  • Wir haben uns zu lange auf unsere Polster und unsere Dachmarken aus den „Made in Europe-“ Zeiten verlassen und stehen nach dem Produktionszeitalter plötzlich ratlos, ein wenig planlos und zu guten Teilen kopflos vor den neuen Anforderungen im Informations- und Kommunikationszeitalter

  • Der Künstler Neo Rauch beschreibt unser Zeitalter als das der Aufklärung und der Verunklärung gleichermaßen, als eine Epoche des globalen Zeigens und Verbergens, der gezielten Desinformation und öffentlicher Lügen.

Der schlimmste Effekt, der volkswirtschaftlich oder auf privater und freundschaftlicher Ebene angesichts größerer Probleme eintreten kann, ist dieser: Vertrauen geht verloren. Vertrauen in Währungen, Vertrauen in Institutionen, vor allem aber Vertrauen in Menschen, in Geschäftspartner, in Freunde.

Dabei braucht jede Gesellschaft Menschen, die in ihrer Lebenshaltung Vertrauen schaffen können,

  • die ihre Ziele weiter stecken als andere,

  • die mehr leisten als der Durchschnitt,

  • die Neues denken, umsetzen und anwenden, mit bewährten Methoden.

Kurz: Jede Gesellschaft braucht Leistungsträger, die Vorbildfunktion einnehmen und unser aller Vertrauen wert und würdig sind. Lokomotive des Fortschritts und Maßstab für ein gelingendes Leben in einem.

Unser juristisches Berufsbild weist eine hohe Zahl an Leistungsträgern auf. Sie verkörpern in ihren Handlungen und Taten, dass es sich lohnt, Vertrauen in seine Mitmenschen zu haben. Juristen beschützen ihre Mitmenschen, sind die Fürsprecher ihrer Vertretenen, wollen neue Wege ebnen, den Aufbruch wagen, Bewährtes absichern und Dinge nach vorne bringen.

Auch hier unter den Anwälten, Unternehmensjuristen, Richtern, Behördenverantwortlichen, den Ausbildungsjuristen und den Juristen in der Politik ist der verantwortungsethische Gegenentwurf zur egoistischen Ellenbogengesellschaft in der Luftblase der Täuschung versammelt.

Das Ich kann die wirklich wichtigen Güter im Leben, Vertrauen, Zusammenhalt und einen geschützten Lebensraum, immer nur in der Interaktion mit dem Du erreichen.

Juristen helfen da, wo die Not eher unscheinbar daherkommt,

  • sie fördern und fordern junge Kollegen immer wieder und geben Chancen am Arbeitsmarkt mit einem Recruiting, das so hartnäckig durchgeführt wird, bis der Traumkandidat, die perfekte Kollegin für eine langfristige Zusammenarbeit endlich gefunden ist und/oder die Erwartungshaltungen an die Realität angenähert sind. Juristisches Arbeiten ohne ständige Abendschichten und ohne permanenten Druck bedeutet die entscheidenden zwei Haftungsfälle weniger pro Jahr, um Wohl und Wehe der Einrichtung gut abzusichern. Umgekehrt heißt ein guter Jurist mehr für manche Kanzlei 100.000 Euro Gewinn mehr, für manches Unternehmen einen gut besetzten Marktanteil mehr – pro Jahr! Engagement zahlt sich für alle Seiten aus.

  • vor allem aber setzen Juristen langfristig an, um Menschen, die einen Anstoß, einen Impuls oder einen „Ruck“ brauchen, den Weg ins Leben, auf konstruktiven Bahnen, zu öffnen.

  • sie vertreten als Anwälte, Unternehmensjuristen und in Behörden Interessen bis zum letzten Argument, oftmals, ohne groß ein Wort über die Kernleistung gegenüber dem Auftraggeber zu verlieren. Als Richter bemühen sie sich um Augenmaß, effiziente und faire Streitbeilegung und den Schutz unseres Gemeinwesens und aller Bürger.

Juristen sind Menschen verschiedener Ausrichtung und Erfahrungswelten. Sie pflegen den Austausch und bündeln ihre Kräfte.

Über Verlage begegnen sie sich und ihren Auftraggebern, ihren neuen Mitarbeitern, Kollegen und bringen ihre wertvollen Gedanken und Einladungen zur Zusammenarbeit an den Markt. Ihre Pluralität wurzelt in einer Vielzahl von Gemeinsamkeiten:

  • Etwa die Grundüberzeugung vom Wert und Sinn der juristischen Fürsprache und des gehobenen Austauschs von Gedanken, Sachverhalten und Argumenten

  • die disziplinierende Wirkung der sorgfältigen Fallbearbeitung

  • die bewusste Einhaltung von Formen und Traditionen, als Wegweiser hin zum Neuen.

Dazu gehört auch unsere Zusammenarbeit, um sich gemeinsam Ziele für die Zukunft zu setzen.

Henry Ford hat einmal gesagt: „Einen Ruf erwirbt man sich nicht mit Dingen, die man erst tun wird“. Wie wahr: Ihren guten Ruf haben sich unsere Juristen, Unternehmer und Vordenker in vielen kriegsfreien Jahrzehnten erworben, mit solider Wertarbeit. Aber das Wort „Stehenbleiben“ existiert im juristischen Wortschatz nicht.

Deshalb wünsche ich mir und Ihnen weiterhin viele Impulse, um auf der juristischen Tradition aufzubauen, unsere berufliche Verbundenheit sorgsam zu pflegen, und „das zu tun“, was in Zukunft nötig und sinnvoll sein wird.

Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr

Merry Christmas and a happy new year

Joyeux noel et une bonne année

wünscht Ihnen Ihre


Dr. Sabine Freifrau Göler von Ravensburg, M.L.E.

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